british american tobacco germany - Andere Tabakprodukte



Tabak wird in Deutschland überwiegend als industriell gefertigte Zigarette konsumiert. Diese hat jedoch im Vergleich zu anderen Arten, Tabak zu genießen, eine relativ junge Tradition. Ob in der Pfeife geraucht, von Hand zu einer Zigarette gedreht oder als Zigarre: Die individuelle Handhabung von Tabak ist eng mit der Menschheitsgeschichte verbunden.

In Nordamerika rollten die Menschen vor Tausenden von Jahren ihren Tabak zum Rauchen in Mais- oder Palmenblätter ein. Auf dem europäischen Kontinent war anfänglich vor allem das Schnupfen von Tabak verbreitet. Pfeifen und Zigarren kamen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mode. Immer mehr wurde Tabak auch in Papier eingewickelt und als „Selbstgedrehte“ geraucht. Die industrielle Fertigung von Zigaretten hat hingegen erst eine rund 150-jährige Tradition.

Feinschnitt – europaweit von unterschiedlicher Beliebtheit

Das Selbstdrehen mit losem Drehtabak, auch Feinschnitttabak genannt, ist mit ziemlicher Sicherheit die älteste Form des Rauchens. Noch heute erfreut sich die Methode in einigen Ländern großer Beliebtheit: In den Niederlanden und in Norwegen greift etwa die Hälfte der Raucher zu selbst gedrehten Zigaretten. In anderen Ländern wie Belgien, Deutschland, Frankreich, Neuseeland und Großbritannien beherrscht das Selbstdrehen einen kleineren, aber dennoch bedeutenden Markt. In den letzten Jahren begann der Feinschnittmarkt wieder zu wachsen. Ein Großteil dieses Wachstums beruht auf dem günstigen Preis und der Tatsache, dass das Selbstdrehen mit dem Aufkommen einfach zu benutzender Zigarettendrehmaschinen leichter geworden ist.

Selbstdrehen – mit oder ohne Zigarettendrehmaschine

Mit etwas Geschick geht das Zigarettendrehen schnell von Hand: Der Tabak wird gleichmäßig über die gesamte Papierlänge verteilt, sorgfältig gerollt und das Papier wird verschlossen. Der überstehende Tabak wird zum Schluss an beiden Enden entfernt. Noch einfacher ist das Drehen mit handelsüblichen kleinen Maschinen. Hierbei werden normaler Feinschnitttabak und herkömmliches Zigarettenpapier verwendet. Eine Alternative sind Zigarettenhülsen, die wie Fertigzigaretten einen Filter haben. Die verschiedenen Zigarettenstopfgeräte sind in Größe und Form sehr unterschiedlich, haben aber eine ähnliche Funktionsweise: Eine kleine hülsenartig geformte Kammer wird mit Tabak gefüllt. Anschließend wird dieser manuell mit einem Stopfer oder mithilfe einer Kurbel in die Zigarettenhülse gepresst.

Zigarren – vom gerollten Kraut zum Premiumprodukt

In Europa sind Zigarren seit dem Jahr 1492 bekannt, als Kolumbus auf den Westindischen Inseln landete. Dort rauchten die Menschen die zusammengerollten Blätter aromatischer Kräuter. Ein Großteil von Westindien, Mittel- und Südamerika war damals spanischer Kolonialbesitz. Die Spanier waren somit auch die eigentlichen Wegbereiter für die Verbreitung des Tabaks, weshalb die meisten Zigarrensorten bis heute spanische Namen tragen.

Zigarren bestehen aus folgenden Bestandteilen:

  • Die Einlage ist ein Blend aus bis zu 20 verschiedenen Tabaksorten und der Teil der Zigarre, der wesentlich den Geschmack prägt
  • Das Deckblatt ist ein Tabakblatt, das mitunter gemahlen und wieder neu geformt wird. Es umhüllt die Einlage und verleiht der Zigarre ihre spezielle Form und Größe
  • Das Umblatt ist die äußere, sichtbare Haut der Zigarre und besteht üblicherweise aus einem natürlichen Tabakblatt. Es trägt erheblich zum Geschmack der Zigarre bei
Karibik oder Europa: eine Frage des Geschmacks

Zigarrentabak wird speziell zur Herstellung von Zigarren angebaut und aufbereitet. Hinsichtlich des Herstellungsverfahrens, des Aromas, der Stärke sowie des Herkunftslands gibt es große Unterschiede.
Die meisten Blends bestehen aus dunklen, luftgetrockneten Tabaksorten wie Besuki oder Manila, die für einen besseren Geschmack fermentiert werden.

Generell werden zwei Zigarrenarten unterschieden:

  • Longfiller-Zigarren (feuchte Zigarren) sind grundsätzlich von Hand gefertigt, groß und in der obersten Preisklasse angesiedelt. Sie werden aus ganzen Blättern hergestellt, die parallel aneinandergelegt und mit einem Tabakblatt umschlossen werden. In der Regel stammen sie aus Ländern mit warmem und sehr feuchtem Klima wie Kuba und der Dominikanischen Republik. Damit sie nicht austrocknen, werden sie in einem Humidor aufbewahrt
  • Shortfiller-Zigarren (trockene europäische Zigarren) werden grundsätzlich maschinell hergestellt. Sie bestehen aus einer Vielzahl geschnittener Tabakstränge. Der Hersteller kann durch die Mischung verschiedener Tabake einen speziellen Geschmack erzielen. Da Shortfiller-Zigarren einen geringen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen, müssen sie nicht speziell gelagert werden

Zigarren werden häufig nach Form und Größe klassifiziert. Bezeichnungen wie Corona und Panatela beziehen sich dabei auf die Länge und den Durchmesser der Zigarren. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Parejo und Figurado. Die Parejo hat gerade, parallele Seiten, während die Figurado eine unregelmäßige Form hat.


Letzte Aktualisierung der Seite: 04/09/2014 15:05:02 GMT