bat germany - Rauchfrei: Snus und gesundheitliche Risiken



Snus

Snus sind in der EU verboten.

Snus ist ein rauchfreies Tabakprodukt aus Schweden, das unter die Oberlippe gesteckt wird. Nach Aussage unabhängiger Gesundheitsexperten ist diese Art des Tabakkonsums mindestens 90 Prozent weniger schädlich als das Rauchen von Zigaretten.

Was ist Snus?

Snus wird nicht geraucht. Es ist fein gemahlener, feuchter Tabak, der entweder lose oder in kleinen Säckchen, die an winzige Teebeutel erinnern, verkauft wird. Snus wird unter die Oberlippe gesteckt und bleibt dann bis zu einer Stunde im Mund. In Schweden hat rauchfreier Tabak eine lange Tradition und ist bei den schwedischen Männern beliebter als Zigaretten.

Rauchfreie Alternative mit niedrigerem Gesundheitsrisiko

Rauchfrei heißt nicht risikofrei. Keinen Tabak zu konsumieren, ist immer noch die beste Möglichkeit, die damit verbundenen Risiken zu umgehen. Dennoch gibt es viele Hinweise darauf, dass der Snus-Konsum in Schweden dazu beigetragen hat, die Auswirkungen des Rauchens auf die öffentliche Gesundheit zu verringern. Schweden hat den weltweit höchsten Pro-Kopf-Konsum an rauchfreien Tabakprodukten. Dabei hat sich gezeigt, dass der Zigarettenkonsum mit steigender Snus-Nachfrage zurückgegangen ist. Mehr als ein Viertel der Männer in Schweden konsumieren regelmäßig Snus, während weniger als 15 Prozent rauchen. Langzeitstudien zufolge kann Schweden eine der weltweit niedrigsten Lungenkrebsquoten bei Männern vorweisen. Auch die Mundkrebsquote des Landes zählt zu den niedrigsten in Europa.

Risikoreduzierung durch spezielles Herstellungsverfahren

Snus wird bei der Herstellung einem Verfahren unterzogen, das mit dem Pasteurisieren vergleichbar ist. Durch die Erhitzung des Tabaks bilden sich weniger tabakspezifische, potenziell krebserregende Nitrosamine, die in anderen rauchfreien Tabakerzeugnissen in relativ hohen Konzentrationen vorliegen. 2004 legte die schwedische Behörde für Lebensmittelsicherheit Forschungsergebnisse vor, denen zufolge die Konzentration an Nitrosaminen in schwedischem Snus in den vergangenen 20 Jahren um rund 85 Prozent gesunken ist.

Gesundheitsstudien zum Konsum von Snus

Untersuchungen in Schweden deuten darauf hin, dass der Konsum von Snus, im Gegensatz zu Zigaretten, das gesundheitliche Risiko für Lungenkrebs oder chronische Atemwegserkrankungen nicht erhöht. Das ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass Snus nicht verbrannt wird und somit beim Konsum kein Rauch inhaliert wird. Während Untersuchungen bei anderen Formen von rauchfreiem Tabak einen Zusammenhang mit Mundkrebs ergeben haben, deuten die bisherigen Snus-Untersuchungen darauf hin, dass Snus das Gesamtrisiko diesbezüglich nicht erhöht.
Forschungsergebnisse, die sich mit einem möglichen Zusammenhang von Snus-Konsum und Herzerkrankungen befassen, sind weniger eindeutig. Vertreter des öffentlichen Gesundheitswesens kamen zu dem Schluss, dass Menschen, die regelmäßig Snus konsumieren, ein höheres Risiko haben, an Bauchspeicheldrüsenkrebs und anderen Leiden zu erkranken. Dennoch sind generell alle gesundheitlichen Risiken, die mit dem Konsum von Snus in Verbindung gebracht werden, geringer als die des Zigarettenrauchens.

Snus setzt ungefähr so viel Nikotin frei wie eine Zigarette. Deshalb ist davon auszugehen, dass Snus-Konsumenten als abhängig eingestuft werden können. Nikotin wirkt stimulierend, ähnlich wie Koffein. Es kann abhängig machen und sich auf den Blutdruck auswirken. Ob es leichter ist, den Snus-Konsum aufzugeben oder das Rauchen, ist noch nicht ausreichend erforscht worden.

Das sagen Gesundheitsexperten zu Snus:

„Als Konsumform für Nikotin sind Tabakprodukte, die nicht verbrannt werden, je nach Produkt zehn- bis 1.000-mal weniger schädlich als das Rauchen. Einige Hersteller wollen Nikotinkonsumenten rauchfreie Tabakprodukte als Möglichkeit anbieten, das Gefährdungspotenzial zu senken, und damit könnten sie im Gesundheitswesen auf Unterstützung stoßen.“
Tobacco Advisory Group, UK Royal College of Physicians, 2002

„Es bestehen geringe Zweifel darüber, dass rauchlose Tabakprodukte generell weniger gesundheitsschädlich sind als brennbare Tabakprodukte wie Zigaretten; ob und inwiefern rauchlose Tabakprodukte zu einer Verstärkung oder Reduzierung der globalen Tabakepidemie beitragen, hängt zum Teil von ihrer natürlichen Beschaffenheit ab, ferner wie ihre gesundheitlichen Auswirkungen kommuniziert, vermarktet und schließlich konsumiert werden.“
"The scientific basis of tobacco product regulation", the World Health Organisation Study Group on Tobacco Product Regulation, 2008


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Letzte Aktualisierung der Seite: 04/09/2014 15:05:43 GMT