british american tobacco germany - Verpackung



Von der Europäischen Kommission wird erwogen, detaillierte Vorgaben über Größe und Form sowie Materialien von Packungen einzuführen, um so Verpackungen von Zigaretten und allen anderen Tabakwaren zu standardisieren. Abweichungen dieser Standardisierung wie Packungen mit abgerundeten Ecken oder Packungen ohne wieder verschließbaren Klappdeckel (wie zum Beispiel bei sogenannten Softpacks, die aus weicherem Papier bestehen) wären dann nicht mehr erlaubt.

Bildwarnhinweise sollen verpflichtend in allen EU-Mitgliedstaaten eingeführt werden. Bilder von Patienten mit Kehlkopfkrebs und anderen Krankheiten sollen hierbei eine abschreckende Wirkung auf die Konsumenten erzielen. Diese Schockbilder sollen die Textwarnhinweise ergänzen und zukünftig auch auf deutschen Zigarettenverpackungen abgebildet werden. Es ist geplant, dass alle Warnhinweise auf 75% der Vorder- und Rückseiten vergrößert werden und außerdem 50% der Seitenflächen bedecken. Eine individuelle Gestaltung der Packung durch den Hersteller ist dann nur noch sehr eingeschränkt möglich, da Warnhinweise und Steuerbanderolen den Großteil der Packung einnehmen werden.

package australiaDiese Vorgaben sind für uns die Vorstufe zum sogenannten Plain Packaging, den Einheitsverpackungen. Verpackungen von Tabakwaren dürfen in diesem Fall nur in einer gesetzlich vorgeschriebenen Farbe ohne Aufdruck des Markenlogos produziert werden. In Australien, das als einziges Land auf der Welt solche Einheitsverpackungen eingeführt hat, müssen seit Dezember 2012 alle Tabakwaren in grün-braunen Packungen verkauft werden. Der Markenname darf nur noch in vorgegebenem Schriftbild auf der Packung zu sehen sein.

Die Entwicklung in Australien wird von der Europäischen Kommission beobachtet und grundsätzlich unterstützt. Eine vollständige Packungsstandardisierung ist allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen, da die Kommission selbst dies als europarechtlich nicht durchsetzbar bewertet. Nichtsdestotrotz soll die Packungsregulierung in der neuen Tabakprodukt-Richtlinie so verschärft werden, dass die neuen Vorgaben die gleiche Wirkung wie Einheitsverpackungen erreichen. Das heißt: Die Hersteller haben nur noch sehr eingeschränkt die Möglichkeit zur individuellen Packungsgestaltung und nur noch sehr eingeschränkten Platz für die Markenkommunikation. Die Standardisierung geht vor allem zu Lasten der Premiumsegmente, wenn Verkaufsverpackungen nicht mehr mit individuellen Elementen und Produktbeschreibungen (z.B. zur Markenhistorie oder Hintergrundinformationen zum verwendeten Tabak) gestaltet werden dürfen.


Letzte Aktualisierung der Seite: 04/09/2014 15:05:09 GMT