Rohstoff Tabak

Tabak (Nicotiana) zählt zu den ältesten Kulturpflanzen und gehört wie Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Auberginen und viele andere Nutzpflanzen zur Familie der Nachtschattengewächse.

In über 100 Ländern wird Tabak angebaut. Der führende Produzent ist China, danach folgen Brasilien, Indien, die USA, Simbabwe und die Türkei. Da der Tabak auch auf weniger fruchtbaren Böden gut gedeiht, ist er für die Bauern eine willkommene Anbaualternative. Insbesondere, da er in der Regel auch sehr viel höhere Gewinne abwirft als andere Kleinbauernprodukte. Tabak lässt sich gut in eine bodenfreundliche Fruchtwechselwirtschaft integrieren und kommt dabei nachfolgenden Feldfrüchten wie beispielsweise Mais zugute.

Tabaksorten mit einem unverwechselbaren Charakter

Virginia, Burley und Orient: Das sind die wichtigsten Tabaksorten. Der Name des Tabaks ist nicht nur ein Hinweis auf das Anbaugebiet, den Blatttypus oder die Trockenmethode, sondern auch untrennbar mit einem speziellen Charakter und Geschmack verbunden.

  • Virginia-Tabak ist benannt nach dem US-Bundesstaat Virginia, in dem er erstmals kultiviert wurde. Wegen seiner orangegelben Farbe, die er der Heißlufttrocknung verdankt, wird er auch „heller Tabak“ genannt. Subtropische Regionen mit geringer Niederschlagsmenge, wie der US-Bundesstaat Georgia oder der Süden Brasiliens, sind optimal für seinen Anbau. Klassische englische Marken wie zum Beispiel Dunhill bestehen vorwiegend aus Virginia-Tabak
  • Dem Burley-Tabak wird durch die Lufttrocknung der Zucker größtenteils entzogen. Dadurch erhält er seine charakteristische braune Farbe und einen an Zigarren erinnernden Geschmack. Burley-Tabak benötigt schwerere Böden und stärkere Düngung als Virginia-Tabak. Der beste Burley wächst in den USA, in Mittelamerika und Uganda
  • Der Orient-Tabak ist die kleinwüchsigste und auch widerstandsfähigste der drei Sorten. Wie der Name schon sagt, gedeiht er besonders gut in heißen Gebieten wie der Türkei und dem Nahen Osten. Das Ergebnis ist ein besonders aromatischer Geschmack, der durch die Sonnentrocknung noch verstärkt wird

Die verschiedenen Tabaksorten im Überblick (417 kb) 

Burley-, Virginia- und Orient-Tabak ergeben zusammen den sogenannten American Blend – die Tabakmischung, die für Marken wie Lucky Strike und Pall Mall verwendet wird.

Tabakanbau: Sorgfalt von der Aussaat bis zur Ernte

Die Tabakpflanze ist eine robuste Pflanze mit guter Anpassungsfähigkeit und kann bis zu drei Meter hoch werden. Etwa 12.000 Samenkörner wiegen ungefähr 1 Gramm. Jede Tabakpflanze kann 12 bis 15 Gramm Samen erzeugen. Die Samen sehen aus wie löslicher Pulverkaffee und sind so zart, dass sie vor der Aussaat 60 Tage lang in schützenden Samenkammern gehegt werden müssen. Nach einigen Wochen werden – vergleichbar mit dem Zurückschneiden von Tomatenpflanzen – die Blüten und oberen Blätter der jungen Pflanzen gekappt, um so das Wachstum der anderen Blätter zu fördern. Während der gesamten Vegetationsperiode muss der Tabakbauer sicherstellen, dass die Pflanze mit den erforderlichen Nährstoffen versorgt wird und ausreichend gegen Schädlingsbefall geschützt ist.

Die Tabakpflanze (935 kb) 

Tabakernte: reife Blätter, von Hand gepflückt

Tabak wird auch heute noch überwiegend von Hand geerntet. Nur in wenigen Ländern wird die Ernte maschinell durchgeführt. Die Erntezeit erstreckt sich über zwei bis vier Monate, dabei werden immer nur die reifen Blätter geerntet. So kann ein Farmer in Uganda beispielsweise auf zwei bis drei Hektar Land 15.000 Tabakpflanzen anbauen. Von jeder Pflanze kann er durchschnittlich 22 Blätter ernten. Das sichert dem Bauern trotz seiner relativ kleinen Anbaufläche ein gutes Einkommen. British American Tobacco unterstützt die Bauern und stellt sowohl Tabaksamen und Düngemittel als auch Know-how über den Anbau, die Ernte und die Reifung von Tabak zur Verfügung. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Darstellung unserer Verantwortung in der Lieferkette.

Tabaktrocknung: Garant für den richtigen Geschmack

Das Trocknen des geernteten Tabaks ist ein sorgfältig kontrollierter Prozess mit dem Ziel, die optimale Oberflächenstruktur, Farbe und Qualität einer spezifischen Tabaksorte zu erreichen. Die Trocknungsmethode prägt somit den Charakter des Tabaks. Die in den Tabakblättern enthaltene Stärke wird während des Trocknungsprozesses in Zucker umgewandelt. Dabei verändern die Blätter – ähnlich wie das Laub im Herbst – ihre Farbe von Grün über Grüngelb, Gelb und Orange zu Braun.

Vier Haupttrocknungsmethoden sind zu unterscheiden

  • Air-curing (Lufttrocknung): Die Lufttrocknung wird hauptsächlich bei Burley-Tabak angewandt. Der Tabak wird in belüfteten Holzschuppen aufgehängt. Die Blätter trocknen hierbei auf natürliche Weise, bis sie eine braune bis mittelbraune Färbung annehmen. Ist dieses Stadium erreicht, enthält der Tabak fast keine Zuckerstoffe mehr
  • Flue-curing (Heißlufttrocknung): Von einer externen Wärmequelle wird bei dieser Trocknungsmethode Heißluft in einen Schuppen geleitet. Durch diese kontrollierte Wärmezufuhr färben sich die Tabakblätter gelborange. Charakteristisches Merkmal für heißluftgetrocknete Tabaksorten ist der hohe Zuckergehalt in den Blättern. Die Methode wird hauptsächlich bei Virginia-Tabak angewandt
  • Sun-curing (Sonnentrocknung): Die geernteten Tabakblätter werden an speziellen Holzgestellen aufgehängt und bis zu einen Monat lang in der Sonne getrocknet. Die Sonneneinstrahlung verleiht dem Blatt seine gelborange Farbe und seinen hohen Zuckergehalt. Von den sonnengetrockneten Tabaksorten ist der Orient-Tabak der bekannteste
  • Fire-curing (Rauchtrocknung): Auf dem Boden des Schuppens, in dem die Tabakblätter zum Trocknen aufgehängt sind, wird bei dieser Trocknungsmethode mit Harzholz ein Glimmbrand entzündet. Dadurch erhält der Tabak sein rauchiges Aroma. Rauchgetrockneter Tabak wird vornehmlich für einige Pfeifentabake oder Feinschnitttabake für Selbstdreher verwendet

Haben die Blätter den richtigen Trocknungsgrad erreicht, werden sie nach Blattstand, Qualität und Farbe sortiert. In Ballen von 30 bis 50 kg werden sie zum Verkauf in ein Handelszentrum oder auf den Auktionsmarkt gebracht.

Bereit für die Weiterverarbeitung

Die Tabakblätter werden in einer Rohtabakaufbereitungsanlage weiterverarbeitet. Hier werden die Blätter von den Blattadern getrennt. Eine Reihe von Qualitätsprüfungen stellt sicher, dass Reste von Sand und Staub sowie andere Fremdkörper vollständig entfernt werden. Während der Aufbereitung wird der Feuchtigkeitsgehalt auf ein lagerungsfähiges Niveau reduziert. Der so aufbereitete Tabak wird in Kartons à 200 kg verpackt und zum Transport in die Produktionsstätten zur Herstellung von Tabakwaren weitergeleitet.

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